Blindschleiche (Anguis fragilis)

 

Aussehen und Merkmale

Männliche Blindschleichen werden bis zu 50cm, weibliche Exemplare bis zu 40cm lang. Sie zeichnen sich durch ihre glatte, glänzende Beschuppung aus. Die Färbung erwachsene Tiere reicht von Grau- und Brauntönen hin zu Kupferfarben, wobei die Flanken der Tiere meist etwas heller sind.

Ausgewachsene Weibchen tragen oft einen dunklen Rückenstreifen zur Schau, während bei Männchen (vor allem in Osteuropa) der Rücken hellblaue Flecken aufweisen kann.

 

Blindschleichen haben keine Gliedmaßen, der stumpfschnauzige Kopf ähnelt dem von Eidechsen. Der Schwanz macht etwa 2/3 der Gesamtlänge aus und kann bei Gefahr abgeworfen werden. Passiert dies, regeneriert er meist nicht mehr bis zur ursprünglichen Länge. Zudem ist das Regenerat stumpfer und dunkler als der ursprüngliche Schwanz.

Aufgrund der fehlenden Gliedmaßen werden Blindschleichen häufig für Schlangen gehalten. Im Gegensatz zu diesen verfügen sie jedoch zum Einen über Augenlider, zum Anderen müssen sie zum „züngeln“ ihren Mund öffnen.

 

Verbreitungsgebiet der Blindschleiche. Quelle: Wikipedia
Verbreitungsgebiet der Blindschleiche. Quelle: Wikipedia

Verbreitung

Das Verbreitungsgebiet erstreckt sich über fast ganz Europa, in Irland, im nördlichen Skandinavien und im Süden der iberischen Halbinsel fehlt sie allerdings.

Zudem kommt sie in Nordwestafrika und in Teilen Südwestasiens vor.

 

Lebensraum

Die Blindschleiche ist eine sehr anpassungsfähige Reptilienart und nicht sehr wählerisch, was

ihren Lebensraum angeht.

Man trifft sie sowohl in Kulturlandschaften als auch in unberührten Naturlandschaften, auch in Siedlungsräumen kann man sie antreffen.

Bevorzugt werden deckungsreiche Habitate, die zudem noch etwas Feuchtigkeit bieten.

Typische Habitate sind dementsprechend Waldränder, Trockenmauern, Eisenbahn- und Straßenböschungen. Auch in naturnahen Gärten lassen sich Blindschleichen öfters beobachten.

 

Fortpflanzung

Blindschleichen pflanzen sich meist alle zwei-drei Jahre fort. Im Frühjahr erfolgt die Paarung der Elterntiere, die Geburt der Jungen etwa im Zeitraum von Juli-September.

Trächtige Weibchen haben ein erhöhtes Wärmebedürfnis und sind daher öfters beim Sonnen zu beobachten.

Das Weibchen bringt dann meist zwischen 5-20 Jungtiere zur Welt, die sich noch während der Geburt aus ihren dünnhäutigen Eihüllen befreien.

Die frischgeborenen Blindschleichen haben eine Größe ca. 8cm und sind wesentlich kontrastreicher gefärbt als ihre Eltern.

 

Natürliche Feinde und Gefährdung durch menschliche Einflüsse

Zu den natürlichen Feinden der Blindschleiche gehören unter anderem verschiedene Säugetiere wie Füchse, Iltis und Igel, dazu noch Vögel wie Störche, Reiher, Rabenvögel oder auch Reptilien wie z.B. die Schlingnatter.

Der Mensch gefährdet die Schleiche hauptsächlich durch Lebensraumzerstörung und Pestizide. Auch das Verhalten der Blindschleiche, sich zum Aufwärmen auf Straßen zu legen wird ihr im Verkehr zum Verhängnis, wo sie oft von Autos und Fahrradfahren überfahren wird.

Zudem kommt es immer noch vor, dass die Tiere für Schlangen gehalten werden und infolgedessen aus Angst erschlagen werden.

 

 

Quellenangaben

-Reptilien und Amphibien Europas (Kwet; 2010)

-Auf Schlangenspuren und Krötenpfaden (Meyer et al.; 2009)

-Taschenlexikon der Amphibien und Reptilien Europas (Glandt; 2010)

-Wikipedia.de

 


Auf das Bild klicken, um zur Blindschleichen-Galerie zu kommen.
Auf das Bild klicken, um zur Blindschleichen-Galerie zu kommen.