Geburtshelferkröte (Alytes obstetricans)

 

Aussehen und Merkmale

Geburtshelferkröten werden bis zu 55mm groß. Sie sind eher zierlich und gedrungen gebaut, in der Kopf läuft leicht spitz zu.

Die Haut ist warzig und von einer grauen bis lehmfarbenen Grundfarbe. An den Flanken verlaufen zwei Reihen größerer, hellerer Warzen, die oft orangene bis rötliche Spitzen aufweisen.

Am auffälligsten sind wohl die Augen: die Iris ist metallisch-golden glänzend und mit feinen schwarzen Äderchen durchzogen, die Pupille ist senkrecht und spaltförmig.

 

Hinter den Augen sitzen kleine Ohrdrüsen, darunter sitzt deutlich erkennbar das Trommelfell.

Zur Paarungszeit stoßen beide Geschlechter helle, pfeifende Töne aus, die ihnen auch den Namen „Glockenfrosch“ eingebracht hat.

Zur Paarungszeit kann man einzelne Tiere mit Laichpaketen sehen, dies sind stets Männchen. Davon abgesehen sind die Geschlechter äußerlich quasi nicht zu unterscheiden.

 

Verbreitungsgebiet der Geburtshelferkröte. Quelle: Wikipedia
Verbreitungsgebiet der Geburtshelferkröte. Quelle: Wikipedia

Verbreitung

Das Verbreitungsgebiet erstreckt sich von Südwest-/Westeuropa bis in Teile Mitteleuropas. In Deutschland beschränkt sich ihr Vorkommen auf die Mittelgebirge des Westens sowie das südwestliche Baden-Württemberg.

In Österreich fehlt sie, in der Schweiz kommt sie lediglich auf der Nordseite der Alpen vor.

 

Lebensraum

Die Geburtshelferkröte besiedelt wärmebegünstigte Lebensräume wie zum Beispiel Steinbrüche, Kies- und Tongruben und Industriebrachen.

Bezüglich der Laichgewässer ist die Art recht anspruchslos (Kleinstgewässer, Tümpel, langsam durchflossene Bachstauen), Laichgewässer und Verstecke liegen allerdings meist recht nah beieinander.

 

Lebensgewohnheiten

Zumeist verlassen Geburtshelferkröten ihre Verstecke zwischen Steinen, Wurzeln oder selbst angelegten Höhlen erst mit der Dämmerung oder nachts.

Dann gehen sie auf die Jagd nach z.B.: Ameisen, Heuschrecken, Würmer, Nacktschnecken und Spinnen.

 

Fortpflanzung

Die Fortpflanzung ist wohl das herausragendste Merkmal der Geburtshelferkröte. Im Gegensatz zu den meisten anderen Froschlurchen findet die Paarung an Land statt. Das Weibchen gibt hierbei seine Eier in zwei Schnüren ab, die sich das Männchen (welches sie in typischer Froschlurch-Manier im Amplexus umklammert hält) umgehend um die Hinterbeine wickelt.

Das Laichpaket trägt es nun die nächsten 3-6 Wochen mit sich herum, stets dafür sorgend, dass die Eier nicht austrocknen.

Ist der Schlupfzeitpunkt nahe, sucht das Männchen ein geeignetes Laichgewässer auf, wo die Kaulquappen nach wenigen Minuten schlüpfen.

Je nach Witterungsbedingungen schaffen die Kaulquappen es noch im ersten Jahr, ihre Entwicklung zur kleinen Kröte abzuschließen, nicht selten überwintern sie jedoch noch im Kaulquappen-Stadium und vollziehen die Metamorphose zur Kröte erst im Frühjahr nach ihrer Geburt.

 

Natürliche Feinde und Gefährdung durch menschliche Einflüsse

Zu den natürlichen Feinden der Geburtshelferkröte gehören zum Beispiel die Ringelnatter, Marder sowie verschiedene Vogelarten.

Kaulquappen werden von Fischen, Gelbrandkäferlarven und Molchen bejagt.

Die Hauptgefährdungsursache durch den Menschen ist die Zerstörung von geeignetem Lebensraum, zum Beispiel durch Verfüllung von Tümpeln sowie Rekultivierung oder Umnutzung von Mauer- und Felsbiotopen.

 

 

Quellenangaben

-Die Amphibien Hessens (Jedicke; 1992)

-Auf Schlangenspuren und Krötenpfaden (Meyer et al.; 2009)

-Heimische Amphibien (Glandt; 2008)

-Wikipedia.de

 


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