Ringelnatter (Natrix natrix)

 

Aussehen und Merkmale

Ausgewachsene weibliche Ringelnattern werden meist um die 80-140cm groß, Männchen bleiben mit 60-80cm in der Regel kleiner.

Sowohl Färbung als auch Körperbau sind äußerst variabel, so kann der Kopf eiförmig und deutlich vom Körper abgesetzt sein, genauso kommen aber auch Exemplare mit eher zylindrisch geformten

Köpfen vor, welche sich dann kaum vom Hals abheben.

 

Viele Ringelnattern, besonders Jungtiere, haben im Nackenbereich zwei helle, weißliche bis gelbe Flecken: die sogenannten Mondflecken.

Dahinter (und manchmal auch davor) liegt ein Paar schwarzer Flecken, die manchmal miteinander verschmelzen. Gerade in Südeuropa fehlen die Mondflecken häufiger oder verlieren sich beim Älterwerden der Tiere.

Die Grundfarbe der Oberseite reicht von Grau über grünliche, bläuliche und gräuliche Farben bis hin zu Schwarz.

Viele Tiere sind oberseitig zudem noch schwarz gesprenkelt oder mit Barrenmustern versehen.

Die Unterseite ist weißlich bis gelblich/cremefarben und meist mit einem unregelmäßigen schwarzen bis hellblauen Muster gefleckt.

Die Augen sind relativ groß und weisen eine runde Pupille auf, die Rückenschuppen sind gekielt.

 

Verbreitungsgebiet der Ringelnatter. Quelle: wikipedia.de
Verbreitungsgebiet der Ringelnatter. Quelle: wikipedia.de

Verbreitung

Das Verbreitungsgebiet umfasst beinahe ganz Europa und reicht weiter bis nach Nordwestafrika und Vorderasien; nach Osten erstreckt es sich bis zum Baikalsee.

Auf einigen Mittelmeerinseln fehlt die Natter, zum Beispiel auf Kreta, Malta und den Balearen.

 

Lebensraum

Vor allem in feuchten Lebensräumen in und an stehenden und fliessenden Gewässern wie Seen, Teichen, Weiher und Bächen ist die Ringelnatter anzutreffen.

Auch Moorgebiete, Auwälder und Steinbrüche werden besiedelt. Deckungsreiche Lebensräume mit sonnenexponierten Plätzen und einer gewissen Grundfeuchtigkeit werden bevorzugt.

 

 

Lebensgewohnheiten

Im Regelfall sind Ringelnattern tag- und dämmerungsaktiv, gelegentlich werden aber auch nachts aktive Tiere beobachtet.

Meist sind sie in Bodennähe oder im Gewässer unterwegs, in einzelnen Fällen können sie auch beim Erklimmen von Sträuchern entdeckt werden.

Ringelnattern sind sehr scheue Tiere, die schnell die Flucht ergreifen. Werden sie daran gehindert, blähen sie den Vorderkörper auf um größer zu erscheinen und flachen den Kopf ab, so dass er dreieckig wie der einer Viper erscheint. Zudem zischen sie lautstark und führen Scheinangriffe 8meist mit geschlossenem Maul) in Richtung der Bedrohung aus. Bei Ergreifen versprühen sie ein übelriechendes Sekret, oft vermischt mit ihrem Darminhalt. In letzter Instanz stellen sich die Tiere extrem überzeugend tot, wobei sie das Maul aufreißen, die Zunge herausstrecken und sich auf den Rücken drehen. Sie sind sogar in der Lage, Äderchen im Mundbereich platzen zu lassen, damit ihnen etwas Blut aus dem Maul fließt. Zeigt das Totstellen Wirkung und die Aufmerksamkeit des Feindes lässt nach, treten die Schlangen rasch den lautlosen Rückzug an.

Als Nahrung dienen Ringelnattern hauptsächlich Amphibien und Fische, seltener auch Vögel, Kleinsäuger und Echsen.

 

Fortpflanzung

Ringelnattern sind höchst produktiv, was den Nachwuchs angeht: Gelege größerer Weibchen können bis zu vierzig Eier umfassen.

Die Paarung findet kurz nach Beendigung der Winterruhe statt, wobei es immer wieder zu Paarungsknäueln kommen kann, wo sich viele Männchen um ein paarungsbereites Weibchen bemühen.

Etwa sechs Wochen nach der erfolgreichen Paarung kommt es zur Eiablage, wobei die Eier meist in verrottendem organischen Material vergraben werden: Haufen aus Totholz, Mist, Sägemehl o. ä. Es kommt allerdings auch vor, dass Gelege unter Steinplatten oder in Mauerwerk abgelegt werden.

Je nach Temperatur schlüpfen nach etwa sieben bis neun Wochen Inkubationszeit die jungen Ringelnattern.

 

Natürliche Feinde und Gefährdung durch menschliche Einflüsse

Die Ringelnatter hat viele natürliche Feinde: von Raubfischen wie Hechten, Welsen und Barschen über Greifvögel, Störche, Reiher und Rabenvögel bis hin zu Iltissen und Igeln stellen ihr verschiedenste Prädatoren nach.

Die Bedrohung durch menschliche Einflüsse liegt hauptsächlich in der Vernichtung von geeigneten Lebensräumen durch z.B. Trockenlegung oder Regulierung von Feuchtgebieten, Straßenbau und landwirtschaftlicher Nutzung. Auch dem Straßenverkehr fallen immer wieder Schlangen zum Opfer. Es kommt auch heute immer wieder dazu, dass Ringelnattern aus Furcht oder Unwissenheit erschlagen werden.

 

 

Quellenangaben

-Reptilien und Amphibien Europas (Kwet; 2010)

-Taschenlexikon der Amphibien und Reptilien Europas (Glandt; 2010)

-Auf Schlangenspuren und Krötenpfaden (Meyer et al.; 2009)

-Wikipedia.de

 


Auf das Bild klicken, um zur Ringelnatter-Galerie zu kommen.
Auf das Bild klicken, um zur Ringelnatter-Galerie zu kommen.