Zauneidechse (Lacerta agilis)

 

Aussehen und Merkmale

Mit Gesamtlängen die meist um die 22cm betragen gehört die Zauneidechse zu den mittelgroßen Eidechsen. Mehr als die Hälfte der Länge entfällt dabei auf den Schwanz, den die Eidechsen bei Gefahr abwerfen können.

Die Tiere sind eher kräftig gebaut, der große Kopf hat eine stumpfe Schnauze. Auf dem Rücken verläuft ein braunes bis graubraunes Band mit drei hellen, meist von weißen Punkten oder Strichen begleiteten Längsstreifen, zwischen denen dunkle bis schwarze Flecken sitzen.

Die Flanken sind meist mit schwarzen Augenflecken oder Marmorierungen versehen.

Es sind auch Tiere mit einfarbig rostbraunem Rückenband bekannt, ebenso wie fast einfarbig braune, grüne oder schwarze Exemplare.

Bei weiblichen Zauneidechsen ist der Bauch meist weißlich oder gelblich gefärbt, bei Männchen hingegen grünlich.

Zur Paarungszeit sind die Männchen an leuchtend grünen Flanken und Kehlen einfach zu erkennen.

 

Verbreitungsgebiet der Zauneidechse.
Verbreitungsgebiet der Zauneidechse.

Verbreitung

Neben der Waldeidechse besitzt die Zauneidechse von allen europäischen Eidechsenarten das größte Verbreitungsgebiet.

Es reicht über weite Teile Mittel- und Osteuropas von Süd-England bis hin zum Baikalsee sowie von Südschweden bis ins nördliche Griechenland. Die Art wird innerhalb des Verbreitungsgebietes in bis zu 11 Unterarten aufgeteilt.

 

Lebensraum

Zauneidechsen bewohnen viele verschiedene Habitate. Es kommt hauptsächlich darauf an, dass vegetationsfreie, sonnenexponierte Stellen zur Thermoregulation sowie grabfähiger Untergrund vorhanden sin, in dem Weibchen ihre Eier vergraben können.

Heidegebiete, Wald- und Wiesenränder, Bahndämme sowie Steinbrüche bieten sich somit als geeignete Lebensräume an.

 

 

Lebensgewohnheiten

Die tagaktiven Eidechsen beginnen ihre Aktivitätsphasen mit Sonnenbädern, um in Schwung zu kommen.

Einmal aufgewärmt, durchstreifen sie ihre Reviere, unter anderem um zu jagen. Ihre Nahrung setzt sich unter anderem aus Hundert- und Tausendfüßern, Käfern, Heuschrecken und Schnecken zusammen.

 

Fortpflanzung

Nach der Winterruhe tragen die männlichen Zauneidechsen nach der Frühjahrshäutung ihr Hochzeitskleid zur Schau. Treffen zu dieser Zeit Männchen aufeinander kommt es zu Kämpfen, bei denen das unterlegene Tier durch Bisse in die Flucht geschlagen wird.

Trifft hingegen ein Männchen auf ein paarungsbereites Weibchen, imponiert es diesem mit aufgerissenem Maul und Kopfnicken.

Zeigt sich das Weibchen nicht abgeneigt, beisst sich das Männchen in dessen Schwanz fest. Beide Tiere marschieren auf diese Weise vorwärts, wobei sich das Männchen immer weiter vorarbeitet, bis es schließlich zur tatsächlichen Paarung kommt.

Vier bis sechs Wochen später kommt es zur Eiablage, wobei das trächtige Weibchen zwischen 5-10 Eiern in zehn bis zwanzig cm Tiefe vergräbt.

Die Embryonen in den Eiern sind auf Wärme zur Entwicklung angewiesen, sodass es je nach Temperatur bis zu zwei Monaten dauern kann, bis die Jungtiere schlüpfen. Frisch geschlüpfte Zauneidechsen sind ca. 6,5cm groß.

 

Natürliche Feinde und Gefährdung durch menschliche Einflüsse

Zu den natürlichen Feinden der Zauneidechse gehören viele Vögel, z.B. Eulen, Krähen, Greifvögel und Neuntöter. Zudem werden sie auch von Säugern wie Fuchs und Igel sowie von Schlangen (u.a. Schlingnatter) bejagt.

Menschliche Gefährdungen sind u.a. Bebauung oder landwirtschaftliche Nutzung und die damit einhergehende Vernichtung von Lebensräumen.

 

 

Quellenangaben

-Reptilien und Amphibien Europas (Kwet; 2010)

-Auf Schlangenspuren und Krötenpfaden (Meyer et al.; 2009)

-Taschenlexikon der Amphibien und Reptilien Europas (Glandt; 2010)

-Wikipedia.de

 


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